DXF für das Laserschneiden vorbereiten
Die meisten Dateien, die beim Hochladen hängen bleiben, scheitern an denselben Dingen: falsche Einheit, Text, der noch Text ist, Linien, die nicht geschnitten werden sollen, oder eine Kontur mit Lücke. Hier steht, wie du die DXF aus Fusion 360, FreeCAD und Inkscape so exportierst, dass sie beim ersten Mal passt, und was die Meldungen auf der Upload-Seite bedeuten.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Maßstab 1:1 in Millimetern zeichnen.
- Nur die Schnittkontur in die Datei: keine Bemaßungen, Rahmen, Schriftfelder oder Hilfslinien.
- Die Außenkontur ist eine geschlossene Linie, ohne Lücken und ohne doppelte Linien übereinander. Löcher und Ausschnitte liegen innerhalb.
- Rundungen am besten als Bögen und Kreise zeichnen: Die bleiben im Skizzierer als solche bearbeitbar. Splines und Ellipsen gehen auch.
- Text vor dem Export in Pfade oder Konturen umwandeln.
- Ein Teil pro Datei.
- Als ASCII-DXF speichern. Eine DWG oder eine binäre DXF können wir nicht lesen.
Was wir aus der DXF lesen und was nicht
Der Import übernimmt Linien, Bögen, Kreise, Ellipsen, Splines und Polylinien, auch Polylinien mit Bögen darin. Blöcke werden aufgelöst, ihr Inhalt landet an der richtigen Stelle, auch wenn ein Block gespiegelt eingefügt ist.
Splines und Ellipsenbögen kommen als kurze Geraden an, die höchstens 0,05 mm von der Kurve abweichen. Das schneidet sauber, im Skizzierer sind es dann aber viele kleine Linien statt einer Kurve, die du als Ganzes ändern kannst.
Text, Schraffuren und Bemaßungen überspringt er. Bleibt Text, eine Schraffur oder etwas anderes außen vor, das zum Teil gehören könnte, sagt dir die Upload-Seite das, bevor die Zeichnung öffnet.
Linien auf dem Layer DEFPOINTS und Linien mit gestrichelter, strichpunktierter oder gepunkteter Linienart gelten als Hilfslinien und werden nicht geschnitten. Mittellinien kannst du also drinlassen, wenn sie als Mittellinie gezeichnet sind. Ein Rahmen aus durchgezogenen Linien wird dagegen mitgeschnitten.
Die Einheit liest der Import aus der Datei. Steht dort keine, rechnet er mit Millimetern. Auf der Upload-Seite siehst du vor dem Import, welche Einheit erkannt wurde, und kannst sie ändern.
DXF aus Fusion 360
- Ist das Teil schon ein 3D-Körper, erstelle auf seiner flachen Oberseite eine neue Skizze und übernimm die Fläche mit Projizieren (Taste P). So enthält die Skizze genau die Kontur und die Löcher, sonst nichts.
- Zeichnest du direkt in 2D, leg die Schnittkontur in eine eigene Skizze. Bemaßungen und Hilfsgeometrie bleiben in einer anderen.
- Rechtsklick auf die Skizze im Browser, dann Als DXF speichern.
- Fusion schreibt Freiformkurven als Splines. Die kommen als kurze Geraden an: Das schneidet sauber, nur lässt sich die Kurve im Skizzierer nicht mehr als Ganzes ändern. Nimm Bögen, wo du einen Radius später noch anpassen willst.
- Fusion speichert in der Einheit des Dokuments. Prüf auf der Upload-Seite, dass Millimeter erkannt wurde.
DXF aus FreeCAD
- Liegt das Teil als Skizze im Sketcher vor, nimm diese Skizze. Bei einem 3D-Körper erzeugst du im Arbeitsbereich Draft mit Shape2DView eine Projektion von oben und exportierst die.
- Nur die Skizze oder die Projektion im Baum auswählen, nicht den ganzen Körper.
- Datei > Exportieren, Dateityp Autodesk DXF 2D (*.dxf).
- FreeCAD rechnet in Millimetern, die Einheit passt damit ohne weiteres Zutun.
DXF aus Inkscape
- In den Dokumenteigenschaften Millimeter als Einheit einstellen und in Originalgröße zeichnen.
- Alles markieren und mit Pfad > Objekt in Pfad umwandeln Text, Rechtecke und Kreise zu Pfaden machen. Text, der noch Text ist, kommt nicht an.
- Der Laser fährt die Pfadlinie selbst ab, die Strichbreite spielt keine Rolle. Hast du eine Form nur als dicken Strich gezeichnet, wandle sie mit Pfad > Kontur in Pfad umwandeln in eine Fläche um.
- Speichern unter, Dateityp Desktop Cutting Plotter (AutoCAD DXF R14). Im Dialog Millimeter als Basiseinheit wählen.
- Inkscape skaliert beim DXF-Export je nach Version und Einstellung falsch. Miss das Teil nach dem Import nach. Ist es 3,78-mal zu groß, setz auf der Upload-Seite den Skalierungsfaktor auf 0,2646.
Meldungen beim Hochladen und was sie bedeuten
„DXF-Datei konnte nicht importiert werden“
Die Datei ist keine lesbare ASCII-DXF. Meist ist es eine binäre DXF oder eine umbenannte DWG. Speichere die Zeichnung in deinem Programm noch einmal als DXF und wähle dabei ASCII, falls es die Wahl gibt.
„DXF abgeschnitten: nur die ersten 11000 Elemente wurden importiert“
Die Datei besteht aus sehr vielen kleinen Stücken. Das kommt von Schraffuren, von Text, der in winzige Segmente zerlegt wurde, oder von zu fein abgeflachten Kurven. Schraffuren löschen, beim Abflachen einen größeren Wert nehmen oder bei Freiformteilen eine STEP-Datei hochladen.
Das Teil ist viel zu groß oder zu klein
Die Einheit stimmt nicht. Ohne Angabe in der Datei rechnen wir mit Millimetern. Ist das Teil 25,4-mal zu groß, war es in Zoll gezeichnet. Stell vor dem Import die richtige Einheit ein oder gib einen Skalierungsfaktor an.
Rundungen, Bohrungen oder Schrift fehlen
Schrift, die noch Text ist, überspringt der Import, und die Upload-Seite sagt dir, wie viele Textobjekte fehlen. Wandle sie vor dem Export in Pfade oder Konturen um. Fehlen Rundungen oder Bohrungen, liegen sie meist auf dem Layer DEFPOINTS oder haben eine gestrichelte Linienart und gelten damit als Hilfslinien. Oder sie sind von einer Art, die der Import nicht lesen kann, etwa eine Region: Auch die listet die Upload-Seite auf.
„Muss eine einzelne geschlossene Kontur sein“
Diese Meldung steht nach dem Import in der Fertigbarkeitsprüfung. Die Außenkontur hat eine Lücke, zwei Linien liegen übereinander, oder in der Datei sind mehrere Teile nebeneinander. Lücken schließen, doppelte Linien löschen und jedes Teil in eine eigene Datei legen.
Linien, die nicht geschnitten werden sollen, sind im Teil
Rahmen, Schriftfeld oder Bemaßungslinien aus durchgezogenen Strichen. Lösch sie vor dem Export oder leg sie auf den Layer DEFPOINTS.
„Keine flache Fläche in dieser STEP-Datei gefunden“
Gilt nur für STEP. Wir schneiden flache Teile aus einem Blech, das Modell muss also eben und überall gleich dick sein. Gebogene oder gefräste Teile lassen sich nicht auf eine Kontur reduzieren.
Nach dem Import prüfen
Nach dem Import öffnet sich die Zeichnung im Skizzierer. Dort kannst du noch Maße ändern, Löcher setzen oder Linien löschen. Die Fertigbarkeitsprüfung rechts zeigt, sobald ein Material gewählt ist, ob die Kontur geschlossen ist und ob Löcher, Stege und Abstände zum Rand für Material und Stärke reichen.
Die Mindestmaße je Material stehen in den Konstruktionsrichtlinien und auf jeder Materialseite. Ein Teil darf höchstens 1150 × 550 mm groß sein.
Kommt die Datei trotz allem nicht sauber an, schick sie uns. Wir schauen sie an und sagen dir, woran es liegt.
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