Stahl S355MC (1.0976)

Thermomechanisch gewalzter Feinkornbaustahl nach EN 10149-2, Werkstoffnummer 1.0976. Die Festigkeit kommt aus der Walzführung und nicht aus der Legierung, er ist damit rund 50 % fester als S235 und bleibt dabei voll schweißbar und kaltumformbar. Unlegiert, also rostet er.

Typische Teile: tragende Halterungen, Maschinenrahmen, Grundplatten, Knotenbleche und Maschinenfüße, alles, was in eine Konstruktion geschraubt wird und in dünn nachgeben würde.

Technische Daten

ZusammensetzungFe Rest, C max. 0,12, Si max. 0,50, Mn max. 1,50, Al min. 0,015, Nb max. 0,09, V max. 0,20, Ti max. 0,15 (%)
NormEN 10149-2
Werkstoffnummer1.0976
Dichte7,85 g/cm³
Zugfestigkeit Rm430 bis 550 N/mm²
Streckgrenze Rp0,2min. 355 N/mm²
Bruchdehnung Amin. 19 %
Härteca. 150 HBW
E-Modul210 GPa
Wärmeleitfähigkeit45 W/(m·K)
Schmelzpunktca. 1500 °C
HärtbarNein, Kohlenstoff zu niedrig
SchweißbarJa, in diesen Stärken ohne Vorwärmen
MagnetischJa
Rostet esJa, Beschichtung oder Verzinkung nötig

Verfügbare Stärken und Fertigbarkeit

Stärke (mm)Gewicht (kg/m²)Min. LochdurchmesserMin. StegbreiteMin. Loch-Rand-Abstand
3 mm23,551,5 mm0,6 mm0,6 mm
4 mm31,402 mm0,8 mm0,8 mm
5 mm39,252,5 mm1 mm1 mm
6 mm47,103 mm1,2 mm1,2 mm

Max. Teilegröße: 550 x 1150 mm · Min. Teilegröße: 10 x 10 mm

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Was ein Teil aus Stahl S355MC kostet

Beispiel: eine Montageplatte 100 × 60 mm, 2 × 2 Löcher (5,5 mm, für M5) in jeder Stärke, berechnet beim Aufruf dieser Seite mit der Preisformel des Konfigurators. Preis pro Stück inkl. MwSt., zzgl. Versand.

Stärke1 Stk.10 Stk.100 Stk.
3 mm14,47 €5,80 €3,67 €
4 mm16,03 €6,82 €4,53 €
5 mm17,46 €7,82 €5,40 €
6 mm18,83 €8,79 €6,26 €

Andere Maße, Löcher oder Formen rechnet der Konfigurator sofort aus; Material und Stärke wählst du dort neben dem Teil. Diese Platte konfigurieren

Teile aus Stahl S355MC

Für diese Teile gibt es eine eigene Seite mit Preisen, Grenzen und den häufigsten Fragen:

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Welche Stärke für welches Teil

S355MC ist ein Feinkornbaustahl für tragende Teile. Man findet ihn auch als 1.0976 oder unter der alten Bezeichnung QStE 380 TM. Wir schneiden 3 bis 6 mm:

  • Halterungen und Laschen mit einer Schraube M8 oder M10: 3 bis 4 mm
  • Knotenbleche und Verbinder für Holz- und Stahlkonstruktionen: 4 bis 5 mm
  • Montageplatten für Motoren, Pumpen und Getriebe: 4 mm bis etwa 50 kg, darüber 6 mm
  • Fußplatten für Pfosten und Stützen: 5 bis 6 mm

Das sind Erfahrungswerte für ruhende Lasten. Alles, was Teil einer Konstruktion ist, Menschen trägt oder bei einem Bruch Schaden anrichten kann, braucht eine richtige Berechnung.

Wie das Teil ankommt

Die Teile kommen trocken und ungeölt. Wie jeder unlegierte Stahl fangen sie an feuchter Luft an zu rosten, also bald beschichten oder trocken lagern.

Ab 3 mm können die Schnittkanten scharf sein und an der Unterseite einen Grat haben. Für Teile, die oft angefasst oder beschichtet werden, lohnt sich das Entgraten.

Toleriert wird nach ISO 2768-m: Ein Loch bis 6 mm liegt innerhalb von ±0,1 mm, der Abstand zweier Löcher mit 150 mm innerhalb von ±0,5 mm. Das zählt, wenn die Löcher zu einem vorhandenen Rahmen passen müssen.

Löcher, Gewinde und Schweißen

  • Durchgangslöcher: Nach ISO 273 mittel zeichnen, also 9 mm für M8, 11 mm für M10, 13,5 mm für M12. Dann passt die Schraube auch mit Toleranz und Lackschicht.
  • Gewinde: Die Kernlöcher sind 6,8 mm für M8, 8,5 mm für M10, 10,2 mm für M12. Ab 5 mm hält ein M8-Gewinde im Blech gut; bei höheren Lasten ist eine Mutter oder eine durchgehende Schraube sicherer.
  • Schweißen: S355MC lässt sich in diesen Stärken ohne Vorwärmen mit MAG schweißen. Knotenbleche und Fußplatten kann man direkt anschweißen.
  • Beschichten: Wir beschichten nicht selbst, jeder Pulverbeschichter oder Verzinker kann die Teile aber so übernehmen, wie sie von uns kommen. Für Stahlbau, der dauerhaft draußen steht, ist Feuerverzinken beim Verzinker vor Ort die haltbarste Lösung.

Häufige Fehler

  • Löcher genau auf Schraubenmaß gezeichnet: Ein 8-mm-Loch für eine M8-Schraube passt nicht, erst recht nicht nach dem Pulverbeschichten. Immer das Durchgangsloch zeichnen.
  • Zu dünn für die Last: Eine 3-mm-Platte, die unter einem Motor nachgibt, macht Geräusche und reißt irgendwann an den Löchern. Im Zweifel eine Stufe dicker.
  • Nach dem Pulverbeschichten schweißen: Die Beschichtung verbrennt an der Naht, und genau dort fängt es an zu rosten. Erst schweißen, dann beschichten.
  • Blanker Stahl im Freien: S355MC rostet wie jeder Baustahl. Draußen braucht er eine Pulverbeschichtung oder Verzinkung.

Fragen und Antworten

Warum das und nicht S235?
Rp0,2 von 355 gegen 235, also rund 50 % mehr Streckgrenze bei gleichem Querschnitt. Ein Teil aus 4 mm leistet, wofür sonst 6 mm S235 nötig wären: ein Drittel weniger Gewicht, ein Drittel weniger Schneidzeit. Das thermomechanische Walzen liefert das ohne mehr Kohlenstoff, die Schweißbarkeit bleibt unberührt.
Biegeradien?
Größer als bei DC01. Mit ein bis anderthalb Materialstärken Innenradius rechnen, quer zur Walzrichtung. Es ist eine Kaltumformgüte, aber keine Ziehgüte.
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